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Naturmuseum Solothurn

Fleissige Katzen im Dienst der Wissenschaft

Haustiere | Mittwoch, 4. Dezember 2019, msi

Im Mai 2018 rief das Naturmuseum Solothurn Katzenhalter dazu auf, die Beute ihrer Tiere einzuschicken. Das Resultat zeigt die Verbreitung und Vielfalt kleiner Säugetiere in den Kantonen Bern und Solothurn.

Katzen sind – zum Leidwesen vieler Naturschützer – hocheffiziente Jägerinnen, die sämtliche kleinen Tiere erlegen, die ihnen vor die Pfoten kommen. Ungefähr 1,4 Millionen Büsi leben in unserem Land und erbeuten pro Jahr 10 Millionen Mäuse und andere Kleinsäuger.  

Diesen Umstand wollte sich das Naturmuseum Solothurn zu Nutze machen und rief im Mai 2018 mit dem Projekt «Zeig mir deine Maus, Katze» Halterinnen und Halter aus den Kantonen Bern und Solothurn dazu auf, die Beutetiere ihrer Miezen einzuschicken («Tierwelt Online» berichtete). Das Naturmuseum erhoffte sich daraus neue Erkenntnisse über die Verbreitung von Kleinsäugern in der Schweiz.  

Die Resonanz war beachtlich: Insgesamt seien 759 Tiere eingeschickt worden, teilte das Museum am Dienstag mit. 391 davon wurden von Katzen erlegt. Von 46 am Projekt beteiligten Katzen ist der Name bekannt – im Schnitt erbeutete jede Katze 4,39 Tiere. Den Rekord hält mit 25 Beutetieren die Katze Dusty, gefolgt von Busella und Chilli (je 14) und Lilly (12). Eingeschickt wurden 23 Arten aus sieben Familien: Maulwürfe, Spitzmäuse, Echte Mäuse, Wühlmäuse, Hörnchen, Schläfer und Marder. Auch ein Fuchs, ein Kaninchen und ein Zwerghamster fanden den Weg ins Museum, wobei ersterer wohl kaum von einer Katze getötet worden sein dürfte und letztere als Haustiere nicht in die Untersuchungen miteinbezogen wurden.     

Nagetiere obenaus
Den grössten Anteil der Beute machten mit 41 Prozent die Wühlmäuse aus. Am meisten erbeutet wurde bei dieser Familie die Schermaus (175 Tiere). Mit 28 Prozent und 27 Prozent folgten die Spitzmäuse und die Echten Mäuse dicht hintereinander. Bei den Spitzmäusen landete die Hausspitzmaus (167 Tiere) am häufigsten in den Krallen der Katzen, bei den Echten Mäusen die Waldmaus (95 Tiere). Im Gegensatz dazu wurden nur 25 Hausmäuse eingeschickt.  

Wie das Museum weiter schreibt, konnten bei seltenen Arten wie Zwergspitzmaus, Wasserspitzmaus, Erdmaus und Gartenschläfer Wissenslücken über die Verbreitung geschlossen werden. Auch sei die Vielfalt der eingesendeten Tiere beachtlich.  

Man habe sich über das grosse Interesse am Projekt und rege Mitmachen sehr gefreut, schreibt das Museum. Die Daten werden in den neuen Säugetieratlas der Schweiz und Liechtenstein einfliessen, der 2021 erscheinen wird. Ausserdem dürfen gerne weiter Mäuse und andere Kleinsäuger eingesendet werden –  auch wenn diese nicht durch eine Katze zu Tode gekommen sind.

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