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Die Krux mit den Geheimtipps

Unterhaltung | Donnerstag, 26. September 2019 10:45, Leo Niessner

Es ist so eine Sache mit Büchern, die unberührte Traumziele vorstellen: Sie sorgen dafür, das diese bald nicht mehr geheim sind. Warum man «Secret Places» dennoch geniessen kann. 

Unberührte Natur, romantische Plätze und Orte, an denen vermeintlich noch niemand zuvor war: Sie sind der Traum jedes Influencers, sprich desjenigen, dem Bewunderung und Vertrauen seiner Follower in den Sozialen Medien gewiss sind. Dass die «Fans» ihrem Vorbild mitunter nacheifern, ist selbstredend. Und so werden immer wieder Naturoasen oder romantische verlassene Strände von Reisenden geflutet, nachdem die Bilder auf Instagram und Co. geteilt wurden. 

Auch Bücher können die Rolle von Influencern übernehmen, wie das Werk «Secret Places», das im Bruckmann Verlag erschienen ist. Ganz offen propagiert es im Untertitel «100 unbekannte Traumreiseziele weltweit». Und die soll man – bei aller Zwiespältigkeit – auch einfach einmal geniessen. Denn die Auswahl ist atemberaubend und birgt immer wieder Überraschungen.

Reiseziel Färöer
Los geht es in dem über 300-seitigen, reich bebilderten Band mit einem Blick auf die Färöer-Inseln. Sie liegen 600 Kilometer jenseits von Norwegen im Atlantik und werden von rund 50'000 Menschen bewohnt. Ihre Vorfahren, so ist im Buch zu erfahren, hätten sich dort im 9. Jahrhundert niedergelassen, um sich ungestört der Schafzucht zu widmen. Wir die Einsamkeit sucht und Momente in der weitgehend unberührten Natur verbringen will, wird hier fündig.

Viel Natur gibt es auch in Devon. «Wo England noch England» ist, schreiben die Autoren und empfehlen ein Bad im Meer bei 15 Grad Celsius – wärmer wird das Wasser dort auch im Sommer nicht. Doch die Bilder der zerklüfteten und verlassenen Strände lenken von denGedanken an kühle Momente im Meer ab.

Wer es lieber heiss hat, folgt dem Rat im ersten Drittel des Buches und sucht seine «Secret Places» in Afrika. Auch diesem Kontinent ist ein grosses Kapitel gewidmet, wie immer mit vielen Reisetipps, den wichtigsten Informationen zur Reisezeit und zum Angebot. Natürlich dürfen auch Karten nicht fehlen, die etwa die Lage des vorgestellten Chobe-Nationalparks in Botswana anzeigen oder die Aussmasse der mächtigen und wilden Epupafälle in Namibia deutlich machen.

Von Kontinent zu Kontinent
«Secret Places» ist nach Kontinenten geliedert, was die Orintierung im Werk vereinfacht. So erfährt die Leserschaft im letzten Fünftel des Buches einiges über bisher eher verborgene Ziele in Asien. Unbedingt gesehen haben müsse man die trockene Halong-Bucht in der Nähe von Hanoi, ist da zu lesen. Grotten, Tunnel und die alte Königsstadt Hoa Lu umgeben sie, und man stapfe zwischen Wasserbüffeln durch, auf deren Rücken Kinder liegen.

Und da ist sie wieder: die Reiselust. Die reiche Bebilderung, die vielen Tipps und die Hintergrundinformationen zu Land und Leuten in unmittelbarer Nähe der Traumreiseziele wecken die Sehnsucht, sich die unbekannten und teils fernen  Orte gleich selber anzushauen. Damit trägt man natürlich ein Stück zu deren Entmystifizierung bei. Allerdings kann man das Buch ja auch einfach so geniessen, ohne gleich ins Flugzeug zu stiegen. Träumen ist jschliesslich etwas Schönes. 


Secret Places – 100 unbekannte Traumreiseziele weltweit
1. Auflage 2019
Gebunden, 320 Seiten 
Verlag: Bruckmann 
ca. 44 Franken 
ISBN: 978-3-7343-1272-4

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