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Lebenswerk aus Bronze

Unterhaltung | Mittwoch, 25. September 2019 23:30, Oliver Loga

Seit über einem Vierteljahrhundert hat sich Urs Hofstetter Bronzefiguren verschrieben. Tiere spielen dabei eine grosse Rolle, wie seine neue Ausstellung in Rietheim eindrücklich zeigt.

Sie sind nicht zu übersehen. Sobald Autofahrer die Hauptstrasse des aargauischen Ortes Rietheim Richtung Deutschland passieren, werden sie von einer illustren Gruppe Steinböcke begrüsst. Sie sind zwar nicht aus Fleisch und Blut, aber mit einem Gewicht von bis zu 180 Kilogramm und einer edlen Bronzeoptik dennoch imposant. Ihre prominente Platzierung sei keineswegs Zufall, erzählt ihr Besitzer Urs Hofstetter. «Steinböcke verkörpern Edelmut, Zähigkeit, Respekt und Würde. Wie es sich für die Könige der Alpen gehört.» 

Entsprechend stolz ist der Geschäftsführer und Gründer der Firma «Le Passioni», eine eigene Kreation von Bronzefiguren zum Wappentier des Kantons Graubünden entworfen zu haben. Das darf Hofstetter auch sein. Schliesslich ist er der weltgrösste Aussteller von Steinböcken aus Bronze. Seine aktuellen Neuzugänge heissen Rudi und Lukas. «Steinböcke sind besonders gefragt», sagt der Architekt der Figuren, «nicht nur bei Menschen mit diesem Sternzeichen, sondern auch bei Besitzern von Steingärten.»

Wer sich für andere Bronzetiere interessiert, wird bei Hofstetter ebenfalls fündig. Denn die Fauna spielt in seiner Ausstellung eine besondere Rolle. Egal, ob Hunde, Katzen, Pferde, Elefanten, Igel, Dachse, Füchse, Wildschweine, Eidechsen, Fische oder Vögel: in Rietheim sind alle möglichen Werke mit tierischen Vorbildern zu besichtigen und zu erstehen. Dabei haben die Figuren eines gemeinsam: Es handelt sich bei ihnen um reine Handarbeit und damit um Unikate. Auch individuelle Wünsche sind kein Problem.

Die Figuren sollen Freude bereiten
«Interessenten können mit Ideen, Fotos oder Zeichnungen zu uns kommen. Dann erarbeiten wir gemeinsam einen Entwurf, der verschiedenen Künstlern als Inspiration dient», erklärt Hofstetter, der tatkräftige Unterstützung von seiner Frau erhält. Bevor die gewünschte Statue aus bis zu 1350 Grad heis­ser Bronze gegossen wird, entsteht sie übrigens aus Ton. Dadurch sind noch Korrekturarbeiten möglich und Makel ausgeschlossen.

Das Verfahren beziehungsweise die hochwertigen Endprodukte, die bereits in der Antike populär waren, finden bis heute zahlreiche Liebhaber. Die Kundschaft ist so vielfältig wie die Angebotspalette von «Le Passioni». Sie reicht von Privatkunden, über Behörden und Gemeinden bis zu Unternehmen. «Kürzlich hat beispielsweise ein Kindergarten mehrere Tierfiguren bestellt», sagt Hofstetter. Zu seinen bekanntesten Werken gehören mehrere Einstein-Skulpturen, die sich auf verschiedene öffentliche Plätze in der Stadt Bern verteilen, und eine Statue des verstorbenen «Facebook»-Katers Monty im Zürcher Niederdorf (siehe «Tierwelt» Nr. 22 / 2017). Diese ist allerdings gerade Vandalismus zum Opfer gefallen.

Hofstetter, der vor über 25 Jahren mit dem Sammeln und Handeln von Bronzefiguren anfing, arbeitet bereits an einer Lösung, um für adäquaten Ersatz zu sorgen. Geld stehe dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr gehe es ihm darum, mit seiner Kunst Freude zu bereiten. «Die Bronzefiguren machen mich nicht reich», betont er. Sie seien seine Leidenschaft und sein Lebenswerk. «Wenn ich einmal nicht mehr bin, dann bleiben meine Skulpturen und zaubern dem einen oder anderen ein Lächeln ins Gesicht.» 

 

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